Projektgruppe Gewalt hsl BI 05 B

 

Hinten:   Micha Portmann   Richard Herger   Ernst Aregger

Vorne:   Rebecca Forster   Adrian Baumann   Patricia Roth

 

 

  

Ein Projekt zum Thema:

 

 

„Gewalt an Menschen mit einer geistigen / körperlichen Behinderung im sozialpädagogischen Alltag“

 

Projektidee/  Problemstellung

Alle Projektteilnehmer wurden in ihrem sozialpädagogischen Berufsalltag schon mit Gewalt in irgendeiner Form konfrontiert. Bei Diskussionen untereinander kamen wir zum Schluss, dass sich jede soziale Institution mit dem Thema Gewalt auseinandersetzen muss. Wir gehen davon aus, dass Gewalt in den meisten Institutionen vorkommt und trotzdem ein Tabuthema geblieben ist. Die Machtposition des Betreuers in der Zusammenarbeit mit dem Klient spielt dabei eine wesentliche Rolle. Gestützt auf eine übergreifende Umfrage auf anonymer Basis, möchten wir herausfinden, in welcher Form und Häufigkeit Gewalt angewendet wird. Wann wird aus Sicht der Betreuungsperson überhaupt von Gewalt gesprochen? Anhand der ausgefüllten und retournierten Fragebögen eruieren wir, welche Szenen später verfilmt werden. Unser Projekt soll das Tabuthema Gewalt offenlegen und das Bewusstsein aller Beteiligten wecken. Wir möchten mit einem Film Alltagssituationen zwischen Betreuer und Klient dokumentieren. Diese Situationen nehmen Bezug auf die Umfrage und sollen möglichst authentisch sein. Wir möchten im Anschluss an die Filmszenen eine Diskussion anstossen, welche mögliche Lösungsansätze zur Sprache bringen soll.

 

Ziel

 

Das Projekt soll aufklären, sensibilisieren und eine nachhaltige Wirkung zeitigen. Zu diesem Zweck wird ein Film realisiert. Der Pädagoge wird sich seines Umgangs mit Macht und Gewalt bewusster und kennt gewaltlose Wege der Interventionen. Es soll gezeigt werden, welche pädagogischen Prozesse mit den Schlagwörtern Normalisierungsprinzip und Empowerment beschrieben werden und welche Wirkungen man sich davon erwartet. Jedes Mitglied der Projektgruppe kann seine Ressourcen einfließen lassen und lernt Neues dazu. Mit diesem Projekt wollen wir nicht anprangern, sondern aufzeigen, wo und wie Gewalt entsteht, welche Rahmenbedingungen eine Rolle spielen können und wie ihr zu begegnen ist. Vor allem möchten wir aber, dass diese kritische Thematik diskutiert wird. Weiter sollen festgefahrene Muster und Alltagssituationen, die Gewalthandlungen begünstigen oder beinhalten, aufgezeigt werden.

 

Fachlicher Hintergrund

 

  • Wir referieren Aggressionstheorien im Interaktionsprozess von anlagebedingter Disposition und umweltbedingter Auslösung.
  • Wir setzen uns mit frühen Sozialisationseinflüssen auf dem Hintergrund der Bindungstheorie auseinander.
  • Wir nehmen kritisch Stellung zum Integrationsziel der Normalisierung und reflektieren den grossen Einfluss struktureller Gewalt, z.B. im sozialpädago-gischen Alltag.
  • Wir bearbeiten berufstypische Widersprüche,  z.B. das Machtgefälle zwischen Betreuer und Klient im Zusammenhang mit institutionellen Strukturen.

Wir postulieren systemkritische Reflexion und Empowerment als Qualitäts-kriterien für eine professionelle Sozialpädagogik in der Praxis.

 

Rahmenbedingungen / Vorgaben hsl / Vorgaben Auftraggeber

Die Reglemente der hsl / der Institutionen  

 

Als erstes mussten wir eine Gruppe von 5 maximal 6 Personen bilden. Dies war der Beginn einer kleinen Odyssee, die uns mit einer Vielzahl von Bedingungen konfrontierte. Der zeitliche Ablauf ist klar vorgegeben. Als Meilensteine bezeichnen wir hier unter Anderem die Abgabetermine des Projektkonzeptes am 14.12.07 und die Projektprü-fung im Juni 2008, welche den Abschluss des Projektes bildet. Für das Projekt haben wir Fr. 1000.- von der Schule für Fachberatung / -personen zur Verfügung. Alles was darüber hinaus geht, wird von der Projektgruppe in eigener Regie organisiert. Sponsoren müssen gesucht und vom Nutzen ihrer Investition überzeugt werden. Der sozialpädagogische Bezug muss im Projekt berücksichtigt werden. Der Besuch einer Supervision ist ebenfalls Pflicht. Als Projektteam arbeiten wir mit unserem Projektbegleiter Herrn Hirner zusammen. Externe Fachpersonen werden unser Projekt unterstützen und allenfalls auch begleiten. Weiter sind natürlich alle Praxisanleiter und Teams der Projektteilnehmer in das Projekt mehr oder weniger involviert. Je nach Präsentationsform unserer Projektarbeit anlässlich der öffentlichen Veranstaltung muss noch mit weiteren externen Personen zusammen gearbeitet werden.

 Der Datenschutz muss in jedem Fall gegeben sein. Benötigte Einwilligungen werden frühzeitig eingeholt. Für den Film (zur Veröffentlichung) müssen urheberrechtliche Fragen geklärt werden.

 

Realisierung/ Inhaltliche Projektstruktur

Wir realisieren zu unserem Thema einen Film, den wir auch den Institutionen zur Verfügung stellen möchten. Der Film soll die Pädagogen für das Thema „Gewalt“ sensibilisieren und zu Diskussionen anregen. Diese Diskussionen könnten als Chance genutzt werden, in ähnlichen Situationen angemessen zu handeln und neue Lösungsansätze / Interventionen anzuwenden. 

 In den Institutionen der Projektteilnehmer werden Fragebögen verteilt, die zum Thema Gewalt einschlägige Fragen stellen. Die Fragebögen werden ausgewertet. Mögliche Alltags-Situationen werden erarbeitet.

Um die Szenen schauspielerisch umsetzen zu können, lassen wir uns von einer Fachperson (Theaterpädagoge) beraten. Die Szenen sollen mit einer qualitativ guten Kamera gefilmt werden (Wir möchten den Film später auf DVD anbieten). Wir bilden 2 Gruppen. Die eine Gruppe befasst sich mehr mit Filmen, Schneiden und Vertonen des Materials. Die andere Gruppe wird vermehrt schauspielern. Es gibt dabei aber keine exklusiven Grenzen. 

 Zum Vorstellen des Projekts stellt uns die Höhere Fachschule Luzern den Hörsaal zur Verfügung. Das Projekt wird zusammen mit einer Fachperson präsentiert. Bei allfälligen Fragen seitens der Besucher können somit kompetente Antworten gegeben werden. 

Diese öffentliche Veranstaltung findet einmal statt. Für die Veranstaltung werden Institutionen direkt angeschrieben. Mit Flyern, Plakaten und Inseraten wird weitere Werbung gemacht.

An der Veranstaltung soll auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Es wird anschließend ein Apéro serviert.

Für den gesamten finanziellen Aufwand des Projektes müssen Sponsoren gefunden werden.

 

Projektorganisation

 

Rebecca Forster:

Erarbeiten und spielen der Filmszenen, Protokollführerin, Anfragen Fachperson Frau Galatti, Zeitungsinserate, Zusammentragen des Projektberichts & Layout

 

Patricia Roth:

Erarbeiten und spielen der Filmszenen, Anfragen der Fachperson Herr Benz, Organisation Flyers, Einladungen zur Veranstaltung, Moderation Veranstaltung

 

Ernst Aregger:

Leitung Projektgruppe, Supervision, spielen der Filmszenen, Bearbeitung Film, Skript zum Film, Sponsorenbriefe, Sponsorensuche, Zeitmanagment, Plakate & Flyer, DVD-Produktion

 

Adrian Baumann:

Co-Leitung Projektgruppe, spielen der Filmszenen, Organisation Hörsaal hsl, Skript zum Film, Theorieinput am Anlass

 

Micha Portmann:

Fragebogen für Institutionen, Organisation Kamera und gesamtes Material, Bearbeitung Film, Gruppenprozess, Moderation Veranstaltung

 

Richard Herger:

Fragebogen für Institutionen, spielen der Filmszenen, Organisation der Apéros Veranstaltung / Präsentation

 

  

Weitere Aufgaben folgen. 

 

Projektbegleiter:

Fred Hirner

 

Chancen und Risiken

  

Als Risiko sehen wir das fehlende Interesse am gewählten Thema. Der Fragebogen soll hier erste Antworten geben können.

Was uns passieren könnte ist, dass nur wenige Personen an unserer Veranstaltung teilnehmen. Hierfür betreiben wir Werbung in Form von Flyern, Plakaten und Inseraten. Weiter schreiben wir die Institutionen direkt an. Ein Restrisiko wird trotzdem bleiben.

Der zeitliche Aufwand, um den Film zu bearbeiten, darf nicht unterschätzt werden. Das Erstellen eines Zeitrasters (siehe Meilensteine) wird uns diesbezüglich helfen.

Natürlich ist auch die Frage offen, wie viel Sponsorengelder wir wohl „eintreiben“ können. Je nachdem müssen wir unser Projekt den finanziellen Möglichkeiten anpassen.

 

Persönliche Motivationen aller Projektteilnehmer  

Persönliche Motivation von Adrian Baumann

Im Alltag meiner sozialpädagogischen Arbeit, werde ich immer wieder mit bewusster und unbewusster Gewalt gegenüber dem Klientel konfrontiert. Meine Motivation hinsichtlich dieser Projektarbeit besteht darin, mir dieser Thematik bewusster zu werden und mögliche Handlungsstrategien anzueignen. Zusätzlich motiviert mich, dass Theaterelemente in unserer Projektarbeit verwendet werden.

 

Persönliche Motivation von Ernst Aregger

In meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bin ich auch mit den Themen Macht/ Ohnmacht und Nähe/Distanz konfrontiert. Dieses Projekt gibt mir die Möglichkeit, mein Handeln im Berufsalltag kritisch zu reflektieren und gegebenenfalls nach neuen Interventionsmöglichkeiten zu suchen. Meine Leitungsaufgaben oder meine anderen Aufgaben in der Projektgruppe, wie Sponsoring und Filmproduktion, stellen für mich eine Herausforderung des Lernens dar. Ich freue mich auf eine intensive und spannende Projektarbeit.

 

Persönliche Motivation von Rebecca Forster

Mir ist es wichtig, „Tabuthemen“ aufzunehmen und dies in die Öffentlichkeit zu tragen. Durch solch ein Projekt kann Fachlichkeit gesammelt werden und dies auf „professionelle“ Art weitergegeben werden. Mich motiviert es, in der Gruppe etwas zu erarbeiten, Prozesse zu durchleben und als Abschluss das Erarbeitete gemeinsam zu präsentieren.

 

Persönliche Motivation von Patricia Roth

Mich hat das Thema Gewalt schon immer begleitet. Oft war ich in direkten oder indirekten Situationen überfordert, wie, wenn überhaupt zu (re)agieren…

 

Persönliche Motivation von Richard Herger

Ich war schon in eine Situation mit Gewaltanwendung involviert und weiss aus persönlicher Erfahrung, wie schnell etwas passieren kann. Ich möchte mit dieser Projektarbeit meine eigene Haltung reflektieren und Andere in diesem Berufsfeld für diese Thematik sensibilisieren.

Da wir zu unserem Thema einen Film realisieren werden, sind meine schauspielerischen Fähigkeiten gefragt. Ich freue mich sehr auf diese Herausforderung.

 

Persönliche Motivation von M. Portmann

Da ich in einer Institution mit Menschen mit einer geistigen Behinderung arbeite, ist dieses Thema für mich sehr nahe liegend. Auf der interdisziplinären Ebene kann ich durch die Projektarbeit Sozialpädagogen und Betreuungspersonen eine Sensibilisie-rungsmöglichkeit anbieten, die den alltäglichen Umgang mit Menschen mit einer Behinderung beeinflussen könnte. Weiter ermöglicht mir die Projektarbeit das  Sammeln von wertvollen Informationen sowie Erfahrungen, die ich in meiner täglichen Arbeit mit Menschen mit einer Behinderung einfliesen lassen kann. Diese gesammelten Erfahrungen könnten somit auch meinen eigenen Umgang mit ihnen sensibilisieren.  Ein weiteres Anliegen für mich ist es, das Tabuthema Gewalt in der Behindertenarbeit anzusprechen und offen darüber kommunizieren zu können, um damit Betreuungspersonen sowie Pädagogen zu erreichen, die in ihrer Arbeit mit schwierigen Situationen konfrontiert sind.

Letztendlich spielt für mich auch die Projektgruppe eine wichtige Rolle. Meine Moti-vation in dieser Gruppe sehe ich darin, dass ich in diese Projektarbeit meine Ressourcen und Fähigkeiten einfliessen lassen kann. Ebenso motivierend ist für mich die Tatsache, dass auch andere ihre Begabungen und Stärken zur Verfügung stellen, sodass wir gemeinsam an einem Ziel arbeiten können.

Unser Gästebuch kann gerne auch als Diskussionsforum genutzt werden! 

Besten Dank für Ihr Interesse!

Das Projektteam